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Shöpy – Wie regionaler Onlinehandel Startups durch die Krise trägt

Shöpy – Wie regionaler Onlinehandel Startups durch die Krise trägt

VonMarc Wegerhoff

Dass die Coronakrise nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe ist, ist längst bekannt. Gründer von Startups investieren besonders viel Herzblut und oft auch das gesamte Ersparte in ihre Vision. Ein österreichischer Jungunternehmer stellt sich dem Verlust dieser Vision mit Kreativität und einer neuen Online Plattform entgegen.

Online Shopping geht auch regional

Der Grazer Student Christian Pittner hat selbst ein Startup gegründet. Weil die Coronakrise sein gesamtes Unternehmen und damit auch seine komplette Zukunftsvorsorge bedroht hat, hat er kurzerhand die Plattform Shöpy gegründet. Ohne großen Aufwand können junge Unternehmen aus Österreich dort ihre Produkte inszenieren und auch verkaufen, und das alles ohne einen eigenen Online-Shop einrichten zu müssen. Ein angenehmer Nebeneffekt für die Käufer: alle Produkte sind regional, das schlechte Gewissen von so manchen anderen Internetbestellungen bleibt also aus.

Die Idee des kreativen Geists aus der Hauptstadt der schönen Steiermark hat sofort eingeschlagen wie ein Komet. Innerhalb von zwei Tagen nach dem Launch schnellte der Klickzähler auf 20.000 Besucher, mittlerweile bieten fast 150 Startups ihre Produkte und Kreationen über Shöpy an. Die Variation dabei erinnert schon fast an den großen Onlineriesen mit seinen zahlreichen Warenhäusern und dem lächelnden Logo aus Amerika. Von selbstgedruckten Socken klickt sich der regionale Shopper bei Shöpy über neuartige Blumenuntersetzer namens Paul Potato bis zu hochwertigen Balanceboards fürs hochmoderne Training in den eigenen vier Wänden. Das macht sich dann auch gut in der Instagram-Timeline.

Fernsehauftritt macht Pittner populär

Mit seinem eigenen Startup zeigte sich Pittner dieses Jahr schon beim österreichischen Privatsender Puls4. „Zwei Minuten, Zwei Millionen“ heißt die Sendung für neue Ideen, die der Höhle des Löwen im deutschen Privat-TV nachempfunden ist. Schon dort sei ihm klargeworden wie schwierig es für Jungunternehmer und Startups ist, einen eigenen Webauftritt zu haben, der dem Namen auch gerecht wird. Meistens sei es mit sehr viel Aufwand und vor allem auch viel Geld verbunden, genügend Kunden auf die eigene Website zu bekommen. Mit dem gemeinsamen Auftritt bei Shöpy könnten die Startups jetzt voneinander profitieren, gibt Pittner in einem seiner mittlerweile zahlreich gewordenen Interviews zu verstehen.

So wie eine Lichtmütze mit integriertem Licht für Läufer, die gerne frühmorgens oder spätabends unterwegs sind, soll Shöpy damit Licht in das Dunkel der österreichischen Startups bringen. Die Mütze wird auf der Plattform übrigens für 99 Euro verkauft, der Auftritt für die Unternehmen ist im Gegensatz dazu ein echtes Schnäppchen, nämlich kostenlos. Wie verdient Pittner selbst dann an der ganzen Sache? Das sei erstmal nicht vorrangig, gibt er sich bescheiden. Bei den Klicks auf der Website schaue aber schon jetzt ein ansehnlicher Betrag heraus.

Aus Konkurrenten werden Freunde

Die Nachfrage auf Shöpy zeigt auf alle Fälle, dass regionale Produkte vor allem in Krisenzeiten sehr gefragt sind und, dass Zusammenhalt oft mehr Ertrag bringt als Konkurrenzdenken. Unter den Anbietern befinden sich nämlich auch einige, die auf dem Markt in direkter Konkurrenz zueinander stehen. Gemeinsam voneinander profitieren oder, etwas pathetischer ausgedrückt, zusammen in die Zukunft segeln statt schon am Beginn des Sturms unterzugehen, das ist das geheime Motto der Plattform.

Wenn der Konsument weiter mitmacht und sich von den etwas höheren Preisen nicht abschrecken lässt, dann kann dieser Virussturm noch lange dauern. Denn Dank Christian Pittner und seiner einfachen aber brillanten Idee, sind die österreichischen Startups für die Zukunft gerüstet. Und das ist eine gute Sache.

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