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Für Startups, Gründer und Business – was bringen die kostenlosen Geschäftskonten wirklich?

Für Startups, Gründer und Business – was bringen die kostenlosen Geschäftskonten wirklich?

VonMarc Wegerhoff

Wer sich heute in der Gründung eines Unternehmens befindet bzw. den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, der benötigt zur Abwicklung seiner finanziellen Angelegenheiten in der Regel ein spezielles Geschäftskonto. Aufgrund der zahlreichen Direktbanken im Internet und innovativster FinTechs scheint es derzeit einen wahren Boom für kostenlose Geschäftskonten zu geben. Doch sind diese Kontomodelle wirklich kostenlos und welche Leistungen stecken dahinter?

Die Qual der Wahl oder kostenloses Geschäftskonto-Einerlei?
Der Finanzmarkt wirbt aktuell massiv mit kostenlosen Geschäftskonten vor allem für Selbstständige, Gründer und Freiberufler. Zwischendurch kommt aufgrund der immer werdenden Anbieter sogar das Gefühl auf, als würde es sich bei der genannten Zielgruppe um einen völlig neuen Berufszweig handeln. Kostenlose Geschäftskonten scheinen die Marktlücke in 2020 zu sein, wobei die Bezeichnung „kostenlos“ in den meisten Fällen so gar nicht zutreffend ist. Viele dieser Offerten hinterlassen immer mehr den Eindruck, als würde es sich einzig um Lockangebote handeln, denn ein Großteil aller Anbieter führt um die drei bis vier unterschiedliche Kontomodelle speziell für die Business-Sparte.

Die Anbieter von kostenlosen Geschäftskonten
Geschäftskonten sind seit je her in beinahe jedem Bankhaus Gang und gäbe und gehören generell zu deren Standardangeboten. Doch gerade:

– Onlinebanken/Direktbanken
– FinTechs und
– Filialbanken

haben dieses Kontomodell scheinbar ganz neu für sich entdeckt und machen neuerdings für die Kunden ein ganz klassisches Bankgeschäft zu einem wahren Marathon. Geworben wird dabei nicht nur mit dem Aspekt der Kostenfreiheit, sondern auch mit einer Kontoeröffnung in nur fünf Minuten, integrierter Buchhaltung, Business Mastercards, Apps zur Verknüpfung mit dem Konto, etc. Allerdings wird bei jedem Anbieter das besondere Augenmerk auf die kostenlose Kontoführung gelenkt, wobei sich längst herausgestellt hat, dass es sich hierbei mehr um Augenwischerei als Realität handelt. Unter anderem folgende Namen liefern sich im Moment einen Konkurrenzkampf:

– Holvi
– Penta
– N26
– Fyrst
– fidor Bank
– netbank

Vom kostenlosen Geschäftskonto welches dann doch keines ist
Sicherlich sollten Kunden bei der Eröffnung eines Geschäftskontos nicht ausschließlich auf Basis des Kostenfaktors entscheiden, jedoch trägt dieses Kriterium einen Großteil zur Entscheidungsfindung bei. Durch zahlreiche Vergleiche hat sich inzwischen herausgestellt, dass diese vermeintlich kostenlosen Geschäftskonten maximal in ihrer monatlichen Kontoführung kostenlos sind. Kunden sollten allerdings wissen, dass die Anbieter sich diese Kostenfreiheit durch zahlreiche andere Kostenpositionen sehr gut entlohnen lassen. Oftmals fallen bei diesen Anbietern die Gebühren für die notwendigen und normalsten Transaktionen eines Business Kontos so hoch aus, dass die kostenlose Kontoführung fast schon zu einer Farce wird.

Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass die betreffenden Banken/FinTechs im Rahmen ihrer Kontomodelle viele Standardleistungen wie klassische Geldeinzahlungen und Auszahlungen, diverse Banktransaktionen oder Kreditvergaben gar nicht leisten können oder wollen. Gleiches gilt mit Blick auf die verschiedenen Rechtsformen. So werden UGs, GmbHs und GbRs oft komplett von der Möglichkeit einer Kontoeröffnung ausgeschlossen.

Beleghafte, beleglose Buchungen, Kreditkartengebühren und alle anderen Kontobewegungen
Wer sich derzeit für ein solch stark umworbenes kostenloses Geschäftskonto interessiert, dem ist ein intensiver Vergleich aller Anbieter und Kontomodelle unbedingt ans Herz zu legen. Erst durch einen umfassenden Blick auf die Kostentabellen der jeweiligen Anbieter kann ermittelt werden, wie es sich mit den Leistungen und den dazugehörigen Kosten zu dieser Kontoart wirklich verhält. Insbesondere was die Preise für beleghafte und beleglose Buchungen angeht sowie die Gebühren für etwaig angebotene bzw. integrierte Kreditkarten oder andere Business-Cards. Des Weiteren kann es auch bei den Ein- und Auszahlungen aufs Konto zu horrenderen Gebühren kommen, insofern diese überhaupt möglich sind.

Ein Blick auf die Websites der betreffenden Anbieter verrät schnell, dass das kostenlose Geschäftskonto monatlich zwar keine Kontoführungsgebühr einfordert, dafür sind hingegen nur eine gewisse Anzahl an Buchungen, Transaktionen, Kartennutzung/Kartenzahlung, etc. monatlich umsonst. Sämtliche Kontobewegungen die darüber hinausgehen, kosten den Kontoinhaber jeweils eine Gebühr, wobei sich die Höhe nach der individuellen Preisgestaltung des Anbieters richtet. Integrierte Buchhaltung, zugehörige Rechnungsstellung oder Apps zur Verknüpfung des Geschäftskontos auf mobilen Endgeräten sind ebenfalls hoch angepriesen aber meistens nicht im kostenlosen Kontomodell enthalten, sondern erst bei einem der kostenpflichtigen Varianten.

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