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Eine SWOT-Analyse zu Fintechs im Vergleich zu etablierten Banken

Eine SWOT-Analyse zu Fintechs im Vergleich zu etablierten Banken

VonMarc Wegerhoff

Insbesondere in dem Zeitraum um die Finanzmarktkrise im Jahr 2008 kam es zu einer Unzufriedenheit mit dem herkömmlichen Finanz- und Bankensystem, welche Fintechs aus der Start-up-Szene einen Durchbruch auf diesem Markt ermöglichte. Doch welche Vor- und Nachteile haben Fintechs mit ihrem kundenorientierten Geschäftsmodell auf dem Finanzmarkt?

Charakteristika von Fintechs

Das Wort Fintech beschreibt eine Verbindung aus „Financial Services“ mit „Technology“. Fintechs sind sehr technologieaffin und zeichnen sich durch ihre Innovationskraft aus. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) definiert als bedeutendste Geschäftsmodelle der Fintech-Branche die Bereiche:

  • Robo-Advice,
  • Virtuelle Währungen,
  • Alternative Bezahlverfahren,
  • Crowdfunding sowie
  • Social Trading.

Seit 2012 wird zunehmend in Fintechs investiert und es wird erwartet, dass die Fintech-Branche zukünftig noch weiter ausgebaut werden und an Relevanz gewinnen wird.

Analyse der Stärken und Schwächen von Fintechs

Eine Stärke von Fintechs ist ihre Affinität zu Technologien und IT. Sie nutzen die Digitalisierung zur Kundenorientierung und richten ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot an Kundenbedürfnissen aus. Durch ihre effizienten IT-Systeme und -Strukturen sowie ihre meist überschaubare Unternehmensgröße können sie schnell auf Marktveränderungen reagieren, wohingegen herkömmliche Banken oftmals eine veraltete IT-Infrastruktur verwenden. Zusätzlich weisen Fintechs weniger verflochtene Organisationsstrukturen auf und unterliegen je nach dem individuellen Geschäftsmodell weniger regulatorischen Anforderungen als etablierte Banken mit einer BaFin-Vollbanklizenz. Das ermöglicht ihnen ein flexibleres Handeln und lässt Freiraum für innovative Entwicklungen.

Schwachstellen der Fintechs aus der Start-up-Szene sind ihre fehlende Erfahrung am Finanzmarkt und damit verbunden auch ein geringeres Vertrauen der Kunden. Außerdem ist für einige potenzielle Kunden das Geschäftsmodell von Fintechs sehr neu oder nicht transparent genug, sodass sie skeptisch sind. Im Vergleich zu etablierten Banken weisen sie darüber hinaus auch keinen großen, bestehenden Kundenstamm auf. Fintechs aus der Start-up-Szene bilden in der Regel nur bestimmte Bereiche der Wertschöpfungskette ab und können daher keine ganzheitlichen Lösungen anbieten.

Übersicht über das Chance-Risiko-Profil von Fintechs

Fintechs verfügen durch technologische Möglichkeiten und Verfahren über eine große Kundenkenntnis. Sie kennen ihre potenziellen und bestehenden Kunden genau und können zielgerichtete, kundenorientierte Lösungen entwickeln. Mit diesem Ansatz der Kundezentrierung treten sie in den Finanzmarkt ein und stellen zum Teil eine Konkurrenz für herkömmliche Finanzinstitute dar. Insgesamt könnte sich dadurch eine Bewegung hin zu mehr Kundenorientierung bilden. Zusätzlich weisen Fintechs ein Potenzial zur Kostenreduzierung auf, denn sie nutzen effiziente IT-Strukturen und arbeiten mit einen hohen Automatisierungsgrad.

Risiken für Fintechs stammen zum einem aus dem Rechtsumfeld. Da Fintechs teilweise in Ausnahmetatbeständen der Regulatorik tätig sind oder nur einzelnen Lizenzen der BaFin für ihr Geschäftsmodell erworben haben, sind sie abhängig von der regulatorischen Situation und deren Entwicklung. Zukünftige Rechtsänderungen könnten ihren Tätigkeitsbereich einschränken oder ihr Geschäftsmodell erlaubnispflichtig machen. Zusätzlich besteht für Fintechs die Gefahr vor Übernahmen durch etablierte Unternehmen. Darüber hinaus ist ein Wechsel der Bank für Kunden mit einem erheblichen Aufwand verbunden, so dass die Bereitschaft zum Anbieterwechsel eher gering ausfällt.

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