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Business Model Canvas: Das Geschäftsmodell auf den Punkt gebracht

Business Model Canvas: Das Geschäftsmodell auf den Punkt gebracht

VonMarc Wegerhoff

Das Business Model Canvas ist ein hilfreiches Tool, das Geschäftsmodelle rasch, einfach und kompakt darstellt. Es nützt sowohl Start-ups als auch etablierten Unternehmen, die neue Wege gehen möchten.

Das Business auf einen Blick erfassen

Das Herzstück jedes Unternehmens ist sein Geschäftsmodell. Es beschreibt, wie ein Unternehmer Geld verdient, in dem er Mehrwert für seine Kunden schafft. Besonders zu Beginn der Gründungsphase hilft es, alle Gedanken zum zukünftigen Geschäft zu sammeln und zu strukturieren, um im nächsten Schritt ein konkretes Bild davon zu zeichnen. Das Business Model Canvas visualisiert das neue Geschäftsmodell kompakt auf einer Seite. Das Tool leistet optimale Vorarbeit für einen Business Plan, den junge Unternehmer brauchen, um Geld von Kapitalgebern zu erhalten. Auch wer ein bestehendes Geschäftsmodell weiterentwickelt, einen neuen Geschäftsbereich aufbaut oder neue Produkte auf den Markt bringt, profitiert davon.

Mit günstigem Input zu wertvollem Output

Das 2008 vom Schweizer Alexander Osterwalder publizierte Modell besticht durch einfache, rasche und günstige Umsetzung. Es braucht nur einen oder mehrere innovative Köpfe, ein großes Blatt Papier, Post-its, Textmarker und zwei bis vier Stunden Zeit. Auf dem Bogen werden neun Kernbereiche durch Rechtecke dargestellt. Diese Bereiche enthalten Fragen – Antworten darauf werden stichpunktartig auf Post-its notiert. Wer nicht selbst zeichnen möchte, erhält online kostenlose Templates.

Der Mehrwert – was das Geschäft einzigartig macht

Im Zentrum des Business Model Canvas steht das Feld „Value propositions“. Es klärt, welchen Nutzen das Produkt oder Service dem Kunden bringt. Welche Probleme löst es, welche Bedürfnisse befriedigt es? Womit hebt sich das Produkt von der Konkurrenz ab?

Kenne Deinen Kunden – Kunden finden, erreichen und binden

Rechts oben am Blatt finden sich drei Felder zur Zielgruppe. „Customer segments“ beschäftigt sich damit, wie viele und welche Gruppen von Kunden angesprochen werden. Wird eine große Gruppe mit ähnlichen Bedürfnissen bedient oder gibt es unterschiedliche Segmente? Das Feld „Channels“ beschäftigt sich damit, über welche Vertriebs- und Kommunikationskanäle das Unternehmen seine Kunden erreicht. „Customer relationships“ stellt Pflege und Aufbau von Kundenbeziehungen in den Mittelpunkt: Welche Art von Beziehung bevorzugen die Kunden? Welche Prozesse laufen automatisiert ab? Gibt es persönliche Ansprechpartner? Mithilfe welcher Medien wird der Kontakt gehalten?

Die Infrastruktur – was das Unternehmen braucht, um zu funktionieren

Links oben finden sich essenzielle Aktivitäten, wesentliche Partner und die wichtigsten Ressourcen. Um „Key activities“ herauszufiltern, wird die Frage beantwortet, welche Aktivitäten ausschlaggebend für den Erfolg des Unternehmens sind. Welche Aktivitäten erfüllen den Kundennutzen, welche sind für die Vertriebskanäle notwendig und welche für die Kundenbeziehungen? „Key resources“ fragt nach den zentralen Ressourcen – finanziell, physisch, human und technologisch. Eine solche Ressource kann Geld in Form von Krediten sein, das Geschäftslokal, qualifizierte Mitarbeiter oder Software-Lizenzen. „Key partners“ beleuchtet die Auswahl strategisch relevanter Partner. Hier geht es beispielsweise um Lieferanten oder Technologiepartner, die unverzichtbar sind, massive Vorteile generieren oder Tür und Tor zu wichtigen Ressourcen öffnen.

Umsätze und Kosten – eine Prognose

„Cost structure“ schlüsselt die Kosten auf und fragt nach deren Höhe. Welche Fixkosten fallen an, mit welchen variablen Kosten ist zu rechnen? Wo sind Kostentreiber und wo können Vorteile, etwa durch Einkauf größerer Mengen, erzielt werden. Dem gegenüber stehen die Umsätze im Feld „Revenue streams“. Hier wird geklärt, ob es sich um eine einmalige Leistung handelt. Werden zusätzliche kostenpflichtige Services angeboten? Gibt es wiederkehrende Einnahmen, etwa durch Lizenzen oder Abos? Wie hoch werden die Einnahmen sein?

Nach dem Prozess – das Best Case Szenario

Geschafft – das Business Model steht. Es entstand ein klares Bild vom eigenen Geschäft. Abhängigkeiten zwischen den Bereichen sind jetzt sichtbar. Das Team teilt ein gemeinsames Verständnis davon, wohin es gehen soll. Gratulation! Am Anfang stand nur die Idee, nun hat sie Gestalt.

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